Ernährung 20 Min. Lesezeit

Koffein-Unverträglichkeit: Warum Kaffee bei dir Zittern, Übelkeit & Unruhe auslöst

Manuel Kühn

Autor

Meine Mission: Ein bewusster Umgang mit dem Alltag durch Bewegung, Fokus und kleine Veränderungen. "Kleine Schritte. Große Wirkung. Jeden Tag."

Inhalt

Du kennst dieses Szenario vielleicht nur zu gut: Deine Kollegen kippen völlig entspannt ihre dritte Tasse Filterkaffee herunter, während bei dir schon nach einem halben Cappuccino das absolute Chaos ausbricht. Deine Hände fangen an zu zittern, der Magen dreht sich um und eine unangenehme, innere Unruhe macht sich breit. Du liebst den Geschmack von Kaffee am Morgen, aber dein Körper scheint ihn regelrecht zu hassen.

Wenn selbst kleinste Mengen an Koffein bei dir regelmäßig für körperlichen Stress sorgen, leidest du mit hoher Wahrscheinlichkeit an einer Koffein-Unverträglichkeit. Aber warum ist das so? Warum straft dich dein eigener Körper für ein harmloses Heißgetränk ab?

Was ist eine Koffein-Unverträglichkeit? (Allergie vs. Intoleranz)

Lass uns direkt zu Beginn eine extrem wichtige Grenze ziehen, damit du genau weißt, ob du hier richtig bist.

Es gibt einen massiven biochemischen Unterschied zwischen einer echten, chronischen Unverträglichkeit und dem, was passiert, wenn du dir morgens auf leeren Magen einfach einen doppelten Espresso zu viel reinzwingst. Letzteres ist eine simple, akute Überdosis. Wenn du genau jetzt zitterst, weil du es mit der Menge einfach übertrieben hast, findest du in unserem Erste-Hilfe-Guide alle Sofortmaßnahmen gegen akutes Unwohlsein nach Kaffee.

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Hier in diesem Beitrag gehen wir jedoch auf Ursachenforschung. Wir klären den tieferen, biologischen Grund: Warum reagiert dein Körper schon bei winzigen Mengen so extrem? Dabei müssen wir zwingend zwischen zwei Begriffen unterscheiden, die im Alltag oft fälschlicherweise in einen Topf geworfen werden.

Die echte Kaffee-Allergie (Extrem selten)

Eine echte Allergie gegen die Kaffeebohne oder das Koffein selbst ist medizinisch gesehen eine absolute Rarität. Bei einer Allergie schlägt dein Immunsystem falschen Alarm. Es stuft bestimmte Bestandteile des Kaffees als lebensbedrohliche Eindringlinge ein und schüttet massiv sogenannte IgE-Antikörper aus.

Das gleicht einem lauten Feueralarm in deinem Körper: Es kommt zu sofortigen, klassischen allergischen Reaktionen wie Hautausschlag (Nesselsucht), extremem Juckreiz, dem Anschwellen der Lippen oder im schlimmsten Fall zu Atemnot. Wenn das bei dir passiert, ist Kaffee für dich ein absolutes Tabu und ein Fall für den Allergologen.

Die Koffein-Unverträglichkeit (Der Regelfall)

In 99 Prozent der Fälle, in denen Menschen nach dem Kaffeekonsum leiden, handelt es sich um eine Unverträglichkeit (Intoleranz). Hier ist nicht dein Immunsystem das Problem, sondern dein Stoffwechsel.

Stell es dir vor wie einen massiven Stau auf der Autobahn: Deinem Körper fehlen die nötigen „Fahrspuren“ (in diesem Fall spezifische Enzyme in der Leber und im Darm), um das Koffein oder die Röstnebenstoffe im Kaffee schnell genug abzubauen. Die Stoffe stauen sich in deinem Blutkreislauf an und lösen dort eine toxische Kettenreaktion in Form von Herzrasen, Schweißausbrüchen, Schwindel oder starken Verdauungsproblemen aus.

Das CYP1A2-Gen: Warum deine Leber den Kaffee nicht schafft

Hast du dich schon einmal gefragt, warum dein Arbeitskollege nachmittags um 16 Uhr noch einen doppelten Espresso trinkt und nachts schläft wie ein Baby, während du schon nach der morgendlichen Tasse stundenlang mit zittrigen Händen am Schreibtisch sitzt?

Die Antwort darauf ist weder Einbildung noch Schwäche, sondern reine Genetik. Der Schlüssel zu deiner Koffein-Sensibilität liegt in deiner Leber – genauer gesagt in einem Gen mit dem kryptischen Namen CYP1A2.

Stell dir deine Leber wie eine riesige Recycling-Anlage vor. Das CYP1A2-Gen ist quasi der Bauplan für den spezifischen „Schredder“ (ein Enzym), der ausschließlich dafür zuständig ist, das Koffein in deinem Blut in harmlose Einzelteile zu zerlegen und abzutransportieren. Je nachdem, welche Gen-Variante du von deinen Eltern geerbt hast, arbeitet dieser Schredder entweder auf Hochtouren oder ist chronisch verrostet. Die Wissenschaft teilt uns Menschen hierbei in zwei Kategorien ein:

Fast Metabolizer (Die Schnell-Verstoffwechsler)

Diese Menschen haben den genetischen Jackpot gezogen, wenn es um Kaffeekonsum geht. Ihr Leber-Schredder arbeitet extrem effizient. Wenn ein „Fast Metabolizer“ einen Kaffee trinkt, wird das Koffein rasend schnell abgebaut. Bereits nach zwei bis drei Stunden ist ein Großteil der stimulierenden Stoffe aus dem Blut verschwunden. Der Körper erlebt einen kurzen, angenehmen Energie-Kick und fährt danach sofort wieder in den Normalzustand zurück.

Slow Metabolizer (Die Langsam-Verstoffwechsler)

Wenn du unter einer Koffein-Unverträglichkeit leidest, gehörst du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu dieser Gruppe. Dein Leber-Schredder arbeitet fehlerhaft und extrem langsam. Das führt zu einem massiven Problem mit der sogenannten Halbwertszeit.

Die Halbwertszeit beschreibt die Zeit, die dein Körper braucht, um die Hälfte des Koffeins abzubauen. Bei einem „Slow Metabolizer“ kann diese Zeit bei bis zu 10 bis 12 Stunden liegen! Was bedeutet das konkret für deinen Alltag? Wenn du morgens um 8 Uhr zwei Tassen Kaffee trinkst, hast du abends um 20 Uhr immer noch die Menge von einer ganzen Tasse Kaffee aktiv in deinem Blutkreislauf. Wenn du am nächsten Tag wieder Kaffee trinkst, stapelt sich das neue Koffein auf die Reste vom Vortag. Dieser unsichtbare Koffein-Stau sorgt dafür, dass dein Nervensystem tagelang unter Dauerstrom steht – die Folge sind Zittern, Herzrasen und eine unerklärliche innere Unruhe.

Der Genetik-Tacho

So unterschiedlich verarbeitet die Leber dein Koffein

Fast

Fast Metabolizer

Der effiziente Schredder

Die Leber spaltet das Koffein extrem schnell auf. Der Energie-Kick ist kurz und intensiv, danach ist das System sofort wieder komplett bereinigt.

Halbwertszeit ~3 Stunden
0h 12h
Slow

Slow Metabolizer

Der Koffein-Stau

Das CYP1A2-Gen arbeitet verlangsamt. Das Koffein verbleibt ewig im Blut, stapelt sich bei jeder weiteren Tasse an und löst chronische Unruhe aus.

Halbwertszeit ~10-12 Stunden
0h 12h

Kaffee, Histamin und dein Darm: Der unsichtbare Stau

Während deine Leber hauptsächlich mit dem Abbau des reinen Koffeins beschäftigt ist, findet das eigentliche Drama für viele Menschen ganz woanders statt: im Darm. Wenn du nach dem Kaffeetrinken regelmäßig mit extremen Verdauungsproblemen oder plötzlichen Schweißausbrüchen kämpfst, ist oft nicht das Koffein das Hauptproblem, sondern eine massive Überlastung deines Histamin-Stoffwechsels.

Warum Kaffee eine Pseudo-Allergie auslöst

Viele Menschen glauben fest daran, dass sie allergisch auf Kaffee reagieren, weil sie exakt die typischen Allergie-Symptome spüren: Ein rotes, heißes Gesicht (der sogenannte Flush), eine laufende Nase, Herzstolpern oder eine plötzliche, bleierne Müdigkeit. Medizinisch gesehen handelt es sich hierbei jedoch meist um eine sogenannte Pseudo-Allergie. Der Körper schüttet keine Antikörper aus, sondern ertrinkt sprichwörtlich in seinem eigenen Histamin.

Das Verrückte daran: Kaffee selbst enthält von Natur aus so gut wie kein Histamin. Trotzdem ist er für viele der primäre Auslöser für dieses extreme Unwohlsein.

Die DAO-Blockade leicht erklärt (Kompetitive Hemmung)

Der Grund für dieses Paradoxon liegt in einem simplen biochemischen Stau in deinem Darm. Dein Körper nutzt ein spezielles Enzym namens Diaminoxidase (DAO), um überschüssiges Histamin aus der Nahrung abzubauen.

Das Problem? Kaffee enthält – stark abhängig von der Bohnenqualität und Röstung – andere sogenannte biogene Amine (wie Putrescin oder Cadaverin). Diese Stoffe nutzen exakt denselben enzymatischen Abbauweg wie Histamin und treten im Darm in direkte Konkurrenz um das lebenswichtige DAO-Enzym.

Stell dir das DAO-Enzym wie die einzige geöffnete Kasse in einem Supermarkt vor: Dein körpereigenes Histamin (zum Beispiel aus der reifen Avocado oder dem Käse von deinem Frühstück) steht brav in der Schlange, um abkassiert (abgebaut) zu werden. Plötzlich drängeln sich die biogenen Amine aus dem Kaffee massiv vor. Die Kasse ist komplett ausgelastet. Die Folge: Das Histamin wird nicht verarbeitet, staut sich im Gang an und fließt unkontrolliert in deinen Blutkreislauf zurück (kompetitive Hemmung).

Wenn du also unwissend unter einer leichten Histaminintoleranz leidest, ist deine körpereigene „Abbau-Fabrik“ durch diese Konkurrenzstoffe im Kaffee plötzlich heillos überlastet. Der Kaffee war in diesem Fall nur der Auslöser, aber der wahre Übeltäter ist der blockierte Histamin-Stoffwechsel.

Typische Symptome: Blähungen, Durchfall und Magenkrämpfe

Wenn dieser Histamin-Stau im Darm passiert, bindet sich das überschüssige Histamin an spezielle Rezeptoren (die H1- und H2-Rezeptoren) in deiner Magenschleimhaut und Darmwand. Das hat fatale und vor allem sehr schnelle Folgen für deine Verdauung:

  • Magenschmerzen nach Kaffee: Das Histamin signalisiert deinem Magen, sofort und im Überfluss aggressive Magensäure zu produzieren. Trifft diese Säureflut auf einen leeren Magen, entstehen stechende Schmerzen und Übelkeit.
  • Durchfall nach Kaffee: Histamin ist ein Signalstoff, der die glatte Muskulatur im Darm extrem stark anspannt (Darmmotilität). Der Darm versucht, den vermeintlich giftigen Inhalt so schnell wie möglich loszuwerden. Das Resultat ist ein fast schon krampfartiger, wasserartiger Durchfall, oft schon 15 bis 20 Minuten nach der ersten Tasse.
  • Kaffee und Blähungen: Kann der Darm die Kaffeestoffe und das angestaute Histamin nicht schnell genug verarbeiten, beginnen bakterielle Gärungsprozesse. Der Bauch bläht sich schmerzhaft auf (Meteorismus) und fühlt sich hart wie ein Stein an.

Die psychische Komponente: Wenn Kaffee puren Stress auslöst

Wer an Nahrungsmittelunverträglichkeiten denkt, hat meistens sofort den Magen-Darm-Trakt im Sinn. Doch bei der Kaffeeunverträglichkeit spielt die Psyche und das zentrale Nervensystem eine mindestens genauso große – wenn nicht sogar die dominierende – Rolle.

Koffein ist eine starke psychoaktive Substanz. Wenn dein Körper durch deine Genetik (Slow Metabolizer) oder einen Histamin-Stau ohnehin schon Probleme hat, diese Substanz abzubauen, reagiert dein Nervensystem auf jeden weiteren Tropfen Kaffee mit purer Panik.

Adrenalin und Cortisol: Die Nebennieren-Falle

Um zu verstehen, warum Kaffee bei dir innere Unruhe oder sogar Angstzustände auslöst, müssen wir kurz in dein Gehirn schauen. Koffein blockiert dort die Andenosin-Rezeptoren. Adenosin ist der körpereigene Botenstoff, der dir signalisiert: „Ich bin müde, lass uns entspannen.“ Wenn diese Rezeptoren plötzlich blockiert sind, glaubt dein Gehirn, es gäbe einen lebensbedrohlichen Notfall. Es funkt sofort an deine Nebennieren: „Gefahr! Bereit machen zum Überlebenskampf!“ Deine Nebennieren pumpen daraufhin schlagartig die Stresshormone Adrenalin und Cortisol in deinen Blutkreislauf. Dieser sogenannte „Fight-or-Flight“-Modus (Kampf oder Flucht) war in der Steinzeit perfekt, um vor einem Säbelzahntiger wegzurennen.

Heute sitzt du aber einfach nur am Schreibtisch. Wenn du jetzt ohnehin schon beruflichen Stress hast oder das Koffein vom Vortag noch nicht abgebaut ist, reicht ein winziger Schluck Kaffee, um dein System komplett zu überreizen. Dein Körper bereitet sich auf einen Sprint um Leben und Tod vor, den du niemals antrittst. Die aufgestaute Energie entlädt sich in Form von zittrigen Händen, extremem Schwitzen, Herzrasen und einer diffusen, drückenden Angst.

Kaffeeunverträglichkeit & Psyche: Brain Fog und chronischer Schwindel

Neben der reinen inneren Unruhe klagen extrem viele Betroffene über schwer greifbare, neurologische Symptome. Während eine einmalige, akute Koffein-Überdosis die Blutgefäße im Gehirn verengt, passiert bei einer echten Unverträglichkeit oft exakt das Gegenteil: Der chronische Histamin-Stau aus deinem Darm schlägt bis in den Kopf durch.

Histamin ist ein starker Gefäßerweiterer (Vasodilatator). Wenn deine Abbau-Enzyme durch die Kaffeeunverträglichkeit dauerhaft blockiert sind und das Histamin im Blutkreislauf anflutet, weiten sich die feinen Blutgefäße unter deiner Schädeldecke. Dein Nervensystem registriert diesen ungewohnten Druckabfall sofort. Das Resultat ist kein stechender Kopfschmerz, sondern ein stumpfer, diffuser Druck – du fühlst dich, als wärst du in Watte gepackt, leidest unter massiven Konzentrationsverlusten und dem klassischen „Brain Fog“ (Gehirnnebel).

Begleitet wird dieser Nebel sehr häufig von einem schwankenden Schwindel. Auch hier ist die unentdeckte Histamin-Überlastung oft der treibende Faktor: Durch die geweiteten Blutgefäße sackt das Blut buchstäblich in die untere Körperhälfte ab. Dein Herz muss nun plötzlich viel stärker arbeiten, um das Gehirn noch ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Gehörst du zusätzlich zu den „Slow Metabolizern“, deren Nervensystem durch das Rest-Koffein vom Vortag ohnehin schon chronisch erschöpft ist, kippt dein Kreislauf. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr wird für einen Bruchteil einer Sekunde minimal unterversorgt, und dir wird schlagartig schwindelig.

Die große Symptom-Checkliste: Leidest du an einer Koffein-Unverträglichkeit?

Da sich eine Unverträglichkeit nicht nur auf ein einziges Organ beschränkt, sind die Warnsignale des Körpers oft sehr vielfältig. Mit der folgenden Checkliste kannst du abgleichen, ob dein Körper nach dem Kaffeekonsum die typischen Stress- und Überlastungssignale sendet:

Körper-Check

Der Symptom-Scanner

Fokus

Kopf & Psyche

  • Diffuser Druck & unangenehme Watte im Kopf
  • Zittrige Hände & plötzlich einschießende innere Unruhe
  • Unerklärliche, diffuse Angstzustände ohne echten Grund
  • Gehirnnebel (Brain Fog) & akuter Konzentrationsverlust
01

Magen & Darm

  • Akute Magenschmerzen, Stechen & Krämpfe
  • Plötzlicher, krampfartiger und wässriger Durchfall
  • Stark aufgeblähter, schmerzhafter Bauch
  • Sodbrennen & saures Aufstoßen nach den ersten Schlucken
02

Herz & Kreislauf

  • Spürbares, heftiges Herzrasen & Herzstolpern
  • Schwindelanfälle & unsicheres Gefühl beim Gehen
  • Plötzliche Hitzewallungen (starker Flush im Gesicht)
  • Kalter Schweißausbruch trotz normaler Raumtemperatur

Was hilft? 4 praktische Lösungswege für den Alltag

Wenn du dich in der Checkliste wiedererkennst, bedeutet das nicht zwingend, dass du für den Rest deines Lebens Wasser trinken musst. Es bedeutet nur, dass du intelligenter mit Koffein umgehen musst als der Durchschnitt. Hier sind die vier wirksamsten Hebel, um das Unwohlsein in den Griff zu bekommen:

1. Menge, Timing und der leere Magen

Die Dosis macht das Gift – und bei einer Unverträglichkeit gilt das umso mehr. Wenn deine Leber das Koffein nur sehr langsam verarbeitet (Slow Metabolizer), musst du verhindern, dass sich die Halbwertszeiten von mehreren Tassen über den Tag addieren. Belasse es bei maximal einer Tasse am frühen Morgen, um den Koffein-Stau in der Nacht zu vermeiden.

Eine absolute Grundregel lautet zudem: Trinke niemals Kaffee auf leeren Magen. Ohne ein schützendes Frühstück als Puffer greifen die Säuren deine Magenwand ungeschützt an und das Koffein flutet viel zu schnell im Blut an.

Um herauszufinden, wie lange das Koffein aus deiner letzten Tasse tatsächlich noch in deinem System zirkuliert, kannst du direkt hier unseren interaktiven Koffein-Rechner nutzen:

2. Die Qualität wechseln (Manufaktur statt Industrie)

Billiger Supermarkt-Kaffee wird bei bis zu 500 Grad in wenigen Minuten schockgeröstet. Dabei verbrennt die Bohne von außen, bleibt innen aber roh, wodurch extrem viele aggressive Chlorogensäuren und biogene Amine (die Histamin-Blocker) erhalten bleiben. Wechsle zwingend auf Trommelröstungs-Kaffee aus kleinen Manufakturen. Diese Bohnen werden bei schonenden 200 Grad für rund 20 Minuten geröstet, was die reizenden Stoffe fast vollständig abbaut und deinen Darm massiv entlastet.

3. L-Theanin als natürlicher Puffer

Wenn du die aufputschende Wirkung liebst, dein Nervensystem aber sofort mit Angst und Zittern reagiert, ist L-Theanin dein bester Freund. Diese Aminosäure kommt natürlicherweise in grünem Tee vor und hat die faszinierende Eigenschaft, die harten Kanten des Koffeins abzurunden. Es fördert die Alpha-Gehirnwellen (die für entspannte Wachsamkeit sorgen) und blockiert gleichzeitig die übermäßige Adrenalinausschüttung.

4. Smarte Alternativen für Energie

Sollten alle Stricke reißen und dein Körper selbst auf hochwertigen Espresso mit Übelkeit reagieren, ist es Zeit für einen sauberen Cut. Dein Körper braucht keinen Kaffee, um morgens zu funktionieren – er hat sich nur an die künstliche Peitsche gewöhnt. Entkoffeinierter Kaffee oder koffeinfreier Lupinenkaffee sind hervorragende geschmackliche Alternativen. Wenn du wissen willst, wie du deinen biologischen Rhythmus optimierst, erfährst du hier, wie du mehr Energie im Alltag ohne Dauerkoffein bekommst.

Hier ist der passende Abschluss für deinen Guide, der alle Fäden zusammenzieht und den Leser mit einem bestärkenden, klaren Mindset entlässt.

Dein Körper macht die Regeln, nicht die Kaffeekultur

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Kaffee oft mit Produktivität, Erfolg und Energie gleichgesetzt wird. Wenn dein eigener Körper aber nach jedem Cappuccino rebelliert, neigt man schnell dazu, das als persönliche Schwäche abzutun oder die Symptome schlichtweg zu ignorieren.

Doch wie du jetzt weißt, ist deine Koffein-Unverträglichkeit keine Einbildung, sondern harte Biologie. Ob es nun dein CYP1A2-Gen ist, das als „Slow Metabolizer“ das Koffein ewig in deinem Blut staut, oder dein Darm, der durch die Kaffeestoffe am lebenswichtigen Histamin-Abbau gehindert wird – die Warnsignale deines Systems sind echt und berechtigt.

Zwing dich nicht dazu, ein Getränk zu tolerieren, das dein Nervensystem in ständige Panik versetzt und deinen Darm ruiniert, nur weil „es alle anderen auch tun“. Akzeptiere deine individuelle Toleranzgrenze. Nutze die Stellschrauben, die dir zur Verfügung stehen: Wechsle auf extrem schonende Langzeitröstungen, experimentiere mit L-Theanin als Puffer oder steige selbstbewusst auf hochwertige, koffeinfreie Alternativen um.

Wahre Energie als Alltagsathlet kommt am Ende nicht aus einer überreizten Kaffeebohne, sondern aus einem ausbalancierten Nervensystem, einem gesunden Darm und einem Körper, der nicht ständig im Überlebensmodus feststeckt.

Hier ist der komplett neu strukturierte FAQ-Bereich, der exakt auf diese drei stark gesuchten Google-Fragen optimiert ist, sowie das abschließende Fazit, damit du das perfekte Ende für deinen Beitrag hast.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Koffein-Unverträglichkeit

Kann man eine Unverträglichkeit gegen Koffein haben?

Ja, absolut! Auch wenn viele Ärzte bei diffusen Beschwerden nicht sofort daran denken: Eine Koffein-Unverträglichkeit ist ein reales, messbares biologisches Phänomen. Es handelt sich dabei in den allermeisten Fällen nicht um eine klassische Allergie (bei der das Immunsystem mit Antikörpern reagiert), sondern um ein Stoffwechselproblem. Entweder arbeitet dein genetischer „Schredder“ in der Leber (das CYP1A2-Gen) viel zu langsam, oder die im Kaffee enthaltenen Stoffe blockieren den Histamin-Abbau in deinem Darm. Dein Körper ist schlichtweg nicht in der Lage, das Koffein und die Röststoffe rechtzeitig und sauber zu verarbeiten.

Wie äußert sich Koffeinunverträglichkeit?

Da das Koffein und der damit verbundene Histamin-Stau über die Blutbahn durch den gesamten Organismus wandern, sind die Warnsignale extrem vielfältig. Eine Unverträglichkeit äußert sich meist nach 20 bis 60 Minuten in diesen drei Hauptbereichen:

  1. Magen & Darm: Akute Magenschmerzen, extremes Sodbrennen, ein steinhart aufgeblähter Bauch und oft plötzlicher, krampfartiger Durchfall.
  2. Kopf & Psyche: Zittrige Hände, unbegründete Angstzustände, extreme innere Unruhe sowie ein diffuser Druck im Kopf („Brain Fog“) und Konzentrationsverlust.
  3. Herz & Kreislauf: Ein starkes Herzstolpern, Herzrasen, Schwindelgefühle und plötzliche, unkontrollierbare Schweißausbrüche (der sogenannte Flush im Gesicht).

Warum verträgt man auf einmal kein Koffein mehr?

Dass du jahrelang problemlos deinen Filterkaffee trinken konntest und dein Körper ihn von einem Tag auf den anderen komplett abstößt, kommt erstaunlich häufig vor. Die Ursache liegt meist in einem metaphorisch „überlaufenden Fass“: Chronischer Stress, beruflicher Druck oder Schlafmangel können deine Nebennieren über Monate hinweg massiv überreizen. Wenn dein Nervensystem ohnehin schon auf absoluter Reserve läuft, reicht der zusätzliche Adrenalin-Kick durch das Koffein, um das System komplett eskalieren zu lassen.

Ein weiterer, sehr häufiger Grund ist dein Darm: Nach einer Krankheit, einer starken Antibiotika-Kur oder durch hormonelle Schwankungen verändert sich das Milieu in deinem Bauch. Dein Körper produziert dann plötzlich weniger vom histaminabbauenden DAO-Enzym. Die Kaffeestoffe blockieren nun den ohnehin schon geschwächten Abbauweg komplett – und der Kaffee triggert plötzlich massive Übelkeit und Herzrasen.

Quellen:

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